Eigentlich habe ich überhaupt keine Lust auf diesen Beitrag. Wir dachten, wir wären mit der ganzen Madrigal Inside Geschichte durch. Im vergangenen Jahr hatten wir unseren Spaß damit, eben jene Fanseite zu foppen und ein wenig zu trollen. Wir waren damit durch und gingen eigentlich nicht davon aus, dass wir Madrigal Inside und dessen etwas eigentümlichen Betreiber je wieder auf unserem Blog thematisieren würden.

Nun, da haben wir uns wohl geirrt… nur geht es dieses Mal um ein sehr ernstes Thema.

FlyFF und das Data-Mining

Der ein oder andere mag den Begriff „Data-Mining“ vielleicht schon einmal gehört haben. Es ist besonders beliebt bei Videospielen. Findige Menschen durchforsten den Quellcode der Spiele – der auf dem PC meist auf die eine oder andere Weise einsehbar ist – und suchen dabei gezielt nach Hinweisen über zukünftig geplante Entwicklungen.

Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass eben dieses Data-Mining im Fall von FlyFF sogar recht einfach ist. Vor allem, weil Entwickler Gala Lab für alle Versionen von FlyFF dasselbe Code-Repository verwendet. Dadurch werden zum Beispiel auch bei uns Dinge gepatcht, die vielleicht nur in der asiatischen Version Verwendung finden.

Das große Problem mit Madrigal Inside und dem FlyFF Data-Mining

Aus unserer Sicht gibt es allgemein ein großes Problem speziell beim FlyFF Data-Mining. Oftmals ist es schwer zu sagen, ob die vorgenommenen Patches in unserem FlyFF Client tatsächlich auch für unsere westlichen Versionen vorgesehen sind, oder nicht. Problematisch sehen wir es insbesondere aufgrund der Auswirkungen, die es auf die Community und deren Marktverhalten haben kann. Wobei es natürlich nur zum Problem wird, wenn jemand vollkommen undifferenziert alles auf einer redaktionellen Webseite in die Welt hinausblubbert und sich dabei keinerlei Gedanken macht, welche Auswirkungen das denn tatsächlich auf die Community haben könnte.

Beispielsweise hat Madrigal Inside Ende letzten Jahres die neuen Christmas Jewelry Sets geleakt, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal offiziell in Korea angekündigt waren. Nur der Patch im koreanischen Client war bereits vorhanden. Allerdings stand noch gar nicht fest, ob sie in der Form tatsächlich in Korea erscheinen, geschweige denn, ob sie auch zu uns kommen werden.

Die Auswirkungen auf die Community

Natürlich sind solche Leaks immer wahnsinnig spannend für die Community. Gefährlich wird es nur, wenn einige Leute solche Leaks ein wenig zu ernst nehmen und fest davon ausgehen, dass diese Updates auch zu uns kommen. Im schlimmsten Fall verkauft ein Spieler sein gesamtes bisheriges Schmuck-Set (wo vielleicht sehr viel Geld reingeflossen ist), damit er das Budget für das neues Schmuck-Set aufbauen kann, und muss dann feststellen, dass dieses Schmuck-Set vielleicht doch nicht zu uns kommt. Ich weiß ja nicht, wie es Tacota dabei geht. Wir möchten uns allerdings nicht vorstellen, dass jemand aufgrund unserer Beiträge solche Verluste erleiden könnte.

Klar, Tacota packt bei jedem seiner Beiträge dieser Art einen dicken, roten Disclaimer an den Anfang. Nur kann er diesen Disclaimer noch so rot, groß und fett gestalten, wie er möchte; die Gefahr besteht trotzdem, dass jemand diese Beiträge zu ernst nimmt, sich darauf verlässt und unter Umständen Dummheiten mit seinen Gegenständen macht. Ist das die kurzfristige Aufmerksamkeit und den Peak in der Google Analytics Statistik wirklich wert?

Madrigal Inside als Event-Wetterfrosch

Ganz schlimm ist es seit etwa einem halben Jahr mit den „Eventvorhersagen“. Oftmals werden kommende Events in den asiatischen Versionen schon früher gepatcht und gestartet, als bei uns. Hier zeichnet sich dasselbe Spiel ab. Es werden von Madrigal Inside vorab Beiträge zu den Events der anderen Versionen gepostet, obwohl noch gar nicht klar ist, ob, wann und wie diese Events auch bei uns erscheinen werden. Hier bestehen dieselben Gefahren, wie zuvor schon beschrieben. Das ist ganz besonders der Fall, seit es mittlerweile bei fast jedem Farm-Event ein neues Fashion-Set mit Bonuseffekten gibt.

Wenn dann noch die Ignoranz dazu kommt…

Quelle: https://www.madrigalinside.de

Es ist eine Sache, wenn man spekulative Inhalte auf der Basis von gegebenen Hinweisen veröffentlicht. Hier kann man durchaus noch einen subjektiven Blickwinkel darauf haben. Wirklich schlimm wird es aber, wenn man erst einen solchen spekulativen Beitrag über das nächste Event veröffentlicht, das Ganze von einem WEBZEN Game Master dementiert wird, und man eine Woche später einen weiteren Beitrag veröffentlicht, in dem man das besagte (dementierte) Event als nächstes bestätigtes Event bezeichnet.

Dieser Vorfall war es schlussendlich, der bei uns die Sicherung raushaute und uns dazu bewegte, dieses Pamphlet hier zu verfassen. Irgendwann sollte man doch auch selbst auf den Trichter kommen, dass Inhalte solcher Art für eine enorme Unruhe in der Community sorgen und zudem auch gefährlich sein können.

Man sieht es oftmals auf dem deutschen FlyFF Discord, wie solche Leaks von der Community aufgesogen, diskutiert und nicht selten auch direkt als vollendete Tatsache aufgefasst werden. Wir erinnern uns da an Aussagen von Usern à la „Bisher hat er immer recht gehabt. Also wird’s dieses Mal wohl auch stimmen“. Spätestens ab diesem Punkt sollte einem doch bewusst werden, welchen Einfluss man auf die Community mit seinen Inhalten nimmt und welche Verantwortung das mit sich bringt. Dieser Verantwortung kann man sich nicht einfach mit einem dicken, roten Disclaimer entziehen.

Spätestens mit dem Osterevent 2020 hat sich gezeigt, dass es für WEBZEN eben doch Eigenheiten bei den Events gibt. Dieses Mal liegt er sogar meilenweit daneben… und das auch noch mit Ansage von einem WEBZEN Game Master.

„Ihr betreibt doch aber auch Data-Mining und veröffentlicht Leaks…“

Das ist vollkommen richtig. Auch wir behalten die Veränderungen in den FlyFF Clients bei jeder Serverwartung im Blick und haben in der Vergangenheit bereits einige Leaks veröffentlicht. Ich möchte allerdings behaupten, dass wir dabei mit sehr viel mehr Bedacht agieren als unser werter Kollege.

Die Leaks der Scroll of STA, der anderen Stat Scrolls, der Blood Dragon Sets, und der 15% Sockelkarten haben alle eines gemeinsam: sie beziehen sich allesamt auf das Data-Mining der deutschen bzw. US Version von FlyFF (also die WEBZEN Versionen). Wir halten bei solchen Leaks nach sehr handfesten Indizien Ausschau, bei denen wir uns sicher sein können, dass sie auch wirklich für unsere Versionen bestimmt sind. Solche Indizien sind beispielsweise deutsche Beschreibungstexte der Items.

Wir versuchen so bedacht wie möglich mit solchen Data-Mining Geschichten umzugehen und wägen auch immer ab, welche Auswirkungen solche Beiträge unsererseits auf die Community haben könnten.

Fazit

Wir möchten wirklich hoffen, dass Tacota damit aufhört, einfach alles hirnlos rauszufeuern, was er im koreanischen oder philippinischen Client findet. In den meisten Fällen macht er damit nur die Community verrückt. Doch am Ende steht gar nicht fest, ob die Sachen überhaupt zu uns kommen oder nicht.

Ganz besonders bei den Events gibt es Gründe, weswegen wir einerseits erst auf die offizielle Ankündigung von WEBZEN warten und andererseits unsere Beiträge dazu sogar erst nach dem Launch des Events veröffentlichen. Wir haben ja gesehen, wohin diese Achtlosigkeit beim Leaken von Informationen aus anderen FlyFF Versionen führt. Da wird von Madrigal Inside ein Event als für uns bestätigt bezeichnet, obwohl ein offizieller Mitarbeiter von WEBZEN bereits eine Woche zuvor öffentlich sagte, dass eben dieses Event in naher Zukunft nicht bei uns geplant sei.

Bitte… Tacota… fang an nachzudenken. Uns ist es ja egal, was du auf deiner Webseite veranstaltest. Aber bitte werde dir dessen bewusst, dass du mit deiner Fanseite und deren Inhalten eine Verantwortung gegenüber der Community hast; ob du nun willst oder nicht.